Ist ein Dielenboden klimaneutral?

Dielenboden Eichendielen

Dielenboden aus Eiche © Havelland Diele

Ist ein Dielenboden klimaneutral? Wir zeigen auf, wie gut ein Dielenboden im Vergleich zu Fußböden aus Holz sowie anderen Baustoffen abschneidet.

In der heutigen Zeit wird immer mehr das Thema Nachhaltigkeit und Ökologie immer wichtiger. Aber wie erhalten wir ökologische Kreislaufsysteme und können gleichzeitig Komfort und Ästhetik verbinden? Schauen wir heute einmal genauer hin, was ein massiver Dielenboden alles kann und wie seine CO2 Bilanz aussieht. Es gibt nicht wenige, die den Dielenboden für den nachhaltigsten Fußboden der Welt halten – warum das so ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Holz ist CO2 Binder

Zuerst einmal ist Holz ein super Kohlenstoff- bzw. CO2-Binder. Während ein Baum heranwächst, nimmt er CO2 aus der Luft auf und speichert es im Holz ab. Wird dann Holz nicht verbrannt, bleibt der Kohlenstoff im Holz gebunden. Folglich ist es eine Konkrete Maßnahme zum Klimaschutz, weltweit mehr Bäume zu pflanzen, Waldflächen zu schaffen und die Abholzung des Regenwaldes zu stoppen. Ein interessanter Nebeneffekt der CO2 Speicherung ist die Produktion von Sauerstoff O2 via Photosynthese, welches wir und auch unsere tierischen Mitbewohner zum Atmen brauchen. Ein Baum ist somit nicht nur ein Kohlenstoffspeicher, sondern auch ein Sauerstoff Produzent.

Alte Bäume speichern weniger CO2

Nun könnte man nach all den Erkenntnissen meinen, dass es das beste wäre, überhaupt keine Holzwirtschaft zu betreiben, sprich gar keine Bäume zu fällen. Doch das ist so nicht korrekt. Hierzu muss man wissen, dass ein alter Baum eben nicht mehr so schnell wächst wie ein kleiner Baum. Demnach findet die Einlagerung von CO2 in den Stamm des Baumes bei älteren Bäumen weniger statt als bei jüngeren Bäumen. Dies ergaben Berechnungen Karlsruher Wissenschaftler Anfang 2019.

Fakt ist, der Baum kann ab einem bestimmten Alter nicht mehr so viel Kohlenstoff speichern wie vorher, man spricht hier auch gern von Erntereife. Es ist also ökonomisch wie auch ökologisch aus klimapolitischer Sicht absolut vernünftig, Bäume zu fällen. Jedoch sollten diese Bäume ein gewisses Alter erreicht haben. Ebenso ist es wichtig, dass immer wieder neue Bäume nachgepflanzt werden, die mehr Kohlenstoff speichern und somit das CO2 in der Atmosphäre deutlich reduzieren können. Hierbei sollte berücksichtigt werden, dass sehr kleine Bäume im Anfangsstadium natürlich weniger Kohlenstoff speichern können. Deswegen sollten wir eine stärkere Aufforstung vornehmen, um das auszugleichen. Eine gut funktionierende und regulierende Holzwirtschaft kann also auch ein positiver Beitrag zum Klimaschutz sein.

Erntereife von Bäumen

Ein Nadelholzbaum benötigt ca. 90 bis 120 Jahre bis er eine schöne Erntereife erreicht hat. Ein Laubholzbaum braucht da deutlich länger und ist nach 150 bis 170 Jahren soweit. Bei den Laubhölzern gibt es allerdings schon große Unterschiede. Während beispielsweise die Birke nur maximal 100 bis 120 Jahre werden kann, erreicht die Eiche eine Lebensdauern von über tausend Jahren. Diesen großen Unterschiede muss man natürlich bei der Beurteilung der Erntereife eines Baumes berücksichtigen. Zudem muss gesagt werden, dass Laubbäume im Vergleich zu Nadelbäumen mehr zum Klimaschutz beitragen, da sie mehr CO2 aufnehmen und speichern können.

Regionales Dielenholz spart CO2 Emissionen

Dielenholz Havelland

Wald im Havelland – Ursprung unserer Dielen

Nun nehmen wir mal an, ein Baum wird innerhalb seiner natürlichen ökonomisch und ökologischen Erntereife, wie oben erklärt, gefällt. Was passiert dann? Der Baum wird mit einer Kettensäge gefällt, die im Idealfall mit Biosprit betrieben wird. Im Anschluss daran wird das Holz zur Trocknung und weiteren Verarbeitung aus dem Wald herausgefahren. Um CO2 Emissionen zu sparen, sollte der Weg vom Wald zur Holzwerkstatt nicht so weit sein. Aus diesem Grund setzen wir seit vielen Jahres auf regionales Dielenholz aus dem Havelland, das in einem Umkreis von 100 km zu uns findet. In Zeiten, in denen die LKWs noch nicht klimaneutral fahren können, ist dies zwar nicht klimaneutral, aber tausendmal besser als die Verschiffung von Regenwaldholz über tausende Kilometer aus Südamerika nach Europa.

Weiterverarbeitung vom Dielenholz in der Werkstatt

Ist das Dielenholz erstmal bei uns in der Werkstatt angelangt, wird es elektrisch aufgetrennt. Hierzu kann der Strom auch problemlos aus nachhaltigen Quellen wie zum Beispiel Ökostrom bezogen werden. Der aktuellen Bedarf an Strom liegt bei uns ca. bei 1,5 kWh pro m³ Holz. Anschließend wird das Dielenholz zum großen Teil von Hand gestapelt. Danach übernimmt die Luft die ersten Prozesse der Holztrocknung ohne weitere Energieaufwendung.

Aus den Sägeresten, wie beispielsweise Holzspäne oder Abfallholz, wird sowohl die Werkstatt als auch die Trockenkammer geheizt. Letztere befreit das Holz von der Restfeuchte, damit das Dielenholz auch im Innenbereich oder Außenbereich verwendet werden kann. Bei der Verbrennung vom Dielenholz zur Heizung von Werkstatt und Trockenkammer entsteht nur so viel CO2, wie das Holz vorher aus der Luft bereits entnommen hat.

Bis hierhin müssen wir feststellen, dass wir für die Rohware nur wenige Watt an Energie verbraucht haben. Über eine Wärmevergasungsanlage kann nach dem Verbrennen der Späne auch noch Strom erzeugt werden, welcher zur weiteren Verarbeitung der Dielen verwendet werden kann.

Dielenboden hat einen Energiebedarf von unter 1 kWh pro m²

Der energetische Aufwand pro m² Dielen liegt hier bei uns bei ca. 1 kWh pro m². Stellt man aus der Rohware eine 22 mm starke Diele her, so hat diese ca. 8 bis 10 mm Verschleißschicht. Ein Dielenboden hält somit ca. 100 bis 120 Jahre durch, da er nur alle 20 Jahre mittels Schleifen erneuert werden muss. Dies ist genug Zeit, damit ein neuer Baum nachwachsen kann. Produziert man Dielen in noch größerer Stärke z. B. in 25 bis 30 mm, so haben wir auch eine noch stärkere Nutzschicht.

Die Lebensdauer der Dielen kann sich somit von 100 auf bis zu 200 Jahre erweitern. Es muss an dieser Stelle gesagt werden, die Fällung eines Baumes für die Produktion von Dielenholz ist ökologisch vertretbar, wenn die Erntezeit, die Aufforstung und die Lebensdauer vom Dielenboden in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Das dies nicht bei allen Holzböden der Fall ist, möchte ich in den kommenden Abschnitt deutlich aufzeigen. Positiv ist jedoch, dass es möglich ist, einen Dielenboden klimaneutral zu erzeugen, wenn die Energie zur Produktion komplett aus erneuerbaren Energien stammt.

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Der Vergleich vom Dielenboden zu anderen Bodenbelägen

Wir haben schon viel darüber geschrieben das Holz infolge seiner Rennovierbarkeit sehr lang halten kann. Außerdem ist Holz regional zu gewinnen, relativ leicht zu transportieren, gesund für das Raumklima sowie CO2 bindend. Für den Klimaschutz ist die entscheidende Frage die Haltbarkeit vom Holzboden. Schließlich stimmt die CO2 Bilanz nur, wenn in der Lebensdauer vom Holzboden neue Bäume heranwachsen können.

Energiebilanz von einem Laminatboden

Allein bei der Herstellung der Dekore, dem Verpressen und in der Haltbarkeit, schneidet ein Laminatboden wesentlich schlechter im Vergleich zum Dielenboden ab. Bei einem Laminatboden sprechen wir bei einer Lebensdauer von 30 Jahren schon von einem Top-Produkt. Anschließend ist Laminat aufgrund der verwendeten Materialien nur noch viel Müll mit Chemie.

Man muss sich das auch mal energetische vorstellen, möchte man eine Lebensdauer von 90 Jahren mit Laminat verbringen, muss man mindestens 3 mal einen Laminatfußboden produzieren und transportieren. Bei einem Dielenboden muss man das nur einmal tun.

Es muss demnach auch mit einem erhöhten Strom- und Energiebedarf bei der Produktion von einem Laminatboden gerechnet werden. Das Schlimmste ist allerdings, dass kein Baum in 30 Jahren wieder Erntereife erreicht. Somit muss man klar sagen, dass ein Laminatfußboden keine gute CO2 Bilanz hat und ebenso nicht klimaneutral hergestellt werden kann. Was es für den Wald bedeutet, wenn mehr Bäume gefällt werden, als im gleichen Zeitraum nachwachsen, kann sich jeder selbst ausrechnen.

Energiebilanz vom Teppich

Auch ein Teppich oder andere textile Belege für den Fußboden, die aus synthetischen Fasern hergestellt sind, haben keine gute Ökobilanz. Experten rechnen damit, dass pro m² mehr als 50 kWh an Energie verbraucht werden. Dies mit erneuerbaren Energiequellen zu decken ist im Vergleich zum Dielenboden deutlich schwieriger. Hinzu kommt die Verwendung von Öl in Chemiefasern, die massiv die Ressourcen unseres Planeten belastet.

Einzige Ausnahme bieten hier wohl die Schafwollteppiche oder ähnliche, die mit wesentlich weniger Energie hergestellt werden können. Allerdings muss auch der Teppich auf irgendeinem Untergrund liegen. Meistens ist das ein Estrich, Holzdecken oder Verlegeplatten etc. Dieser Untergrund muss ja auch irgendwo produziert werden, was die Ökobilanz von synthetischen Textilien weiter verschlechtert.

Fußboden aus Stein und Keramik

Zum Schluss haben wir noch die keramischen oder Stein-Belege. Kaum eine Fliese hält es länger als 40 Jahre aus, da sie dann aus der Mode ist oder ihre Oberfläche zu stark zerkratzt. Die Herstellung ist zudem sehr energieaufwändig und das Recycling auch etwas aufwendig.Trotzdem muss man einen Fliesenboden eine gute und Energiebilanz bezüglich beim Einbau einer Fußbodenheizung zusprechen. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Stein oder Keramik Boden wenig bis keine Chemie enthält und seine Entsorgung somit weniger stark die Umwelt belastet.

Natursteine haben nochmals eine Sonderstellung, da diese abschleifbar sind und auch im Design zeitlos sind. Der technische und energetische Aufwand zum Schleifen eines Granitbodens ist im Vergleich zu einem Holzboden jedoch sehr viel größer. Ebenso benötige ich für einen solchen Boden meist einen Untergrund aus Estrich, Holzbalkendecken plus Boden etc., die auch immer erstmal produziert sein müssen.

Ein anderes Problem bei Natursteinen ist, dass sie im Gegensatz zu Holz keine nachwachsenden Rohstoffe sind und deren Vorkommen begrenzt sind. Ich kann auch keine Natursteine in den meisten Regionen der Welt um die Ecke finden, daher entstehen auch höhere Transportkosten. Somit kann man sagen, dass auch ein Steinboden im Vergleich zu einem Dielenboden deutlich klimaschädlicher ist.

Fazit

Schaut man sich die Fußbodenbeläge im Hinblick der Energie- und CO2 Bilanz an, dann ist ein Dielenboden derzeit mit dem geringsten Aufwand herstellbar. Ich bin sogar überzeugt, dass man ihn mit erneuerbaren Energiequellen fast klimaneutral herstellen kann.

Ein Dielenboden ist zudem schön anzuschauen und ist somit ein schönes Beispiel, dass Klimaschutz nicht immer etwas mit Verbot oder Verzicht zutun hat. Ich bin mir sicher, dass die Freunde eines Holzbodens auch ein Dielenholz finden, dass zu ihnen passt und eine gute Alternative zum Laminatboden oder Steinboden sein kann.

Das Ansehen von einem Dielenboden steigt mit den vielen Jahrzehnten sogar in der Gunst. Sie möchten auch etwas fürs Klima tun und künftig auf einen langfristigen, nachhaltigen Dielenboden setzen? Dann rufen Sie uns einfach an oder schreiben uns eine Mail. Wir beraten Sie gern, welches Holz für Ihre Räumlichkeiten die beste Option ist.

Ihr Jan Nicklaus von der Havelland Diele