Was sind Schlossdielen?

Wir sind Spezialist in der Herstellung und Verlegung von echten Schlossdielen – jene massiven Dielen mit Breiten bis 60cm & Längen bis 13m. Vieles wird mittlerweile jedoch als Schlossdiele angepriesen, obwohl keine drin ist. Hier erfahren Sie, was die wahren Schlossdielen sind und worin sie sich von herkömmlichen Dielen unterscheiden.

Was sind Schlossdielen?

Schlossdielen sind besonders lange und breite Dielen aus massivem Holz. Echte Schossdielen sind weder Mehrschichtdielen, mit ein paar Millimetern massiver Deckschicht, noch sind sie kurze oder sehr schmale Dielen. Wer eine richtige Schlossdiele einbaut, entscheidet sich für eine Diele, die aus dem Stamm jahrhunderte alter Bäume hergestellt wird.

Schlossdielen bieten einige entscheidende Qualitätsvorzüge. Das Holz ist wegen seiner breiten Jahresringe besonders widerstandsfähig, sodass die Dielenoberfläche sehr robust ist. Zudem sind echte Schlossdielen in ihrer Optik ruhiger als einfache Massivholzdielen. Die besitzen wesentlich weniger Astmerkmale, was besonders bei Kiefern- und Lärchendielen zum tragen kommt.

Anders als beim Mehrschichtverfahren, sind richtige Schlossdielen durch und durch aus Massivholz. Dies verleiht ihnen die besonderen Eigenschaften, die einen Schlossdielenboden ausmachen:

Schlossdielen würdigen das Alter und Leben eines Baumes. Einschlüsse seiner Lebenserfahrung, wie reparierte Fauläste oder Kupferstich dürfen in den Dielen sichtbar sein. Gerade besonders lange Dielen ab 9m Länge, zeigen derartige Einwüchse. Sie sind kein Anzeichen minderwertiger Holzqualität, sondern Garant für ein hochwertiges Holz.

Als Dielenboden verlegt, haben sie eine tragende und statisch aussteifende Funktionen im Gebäude – denn im Verbund stabilisieren sie die Decke. Sie sind die erste Wahl bei Sanierungen alter Holzbalkendecken oder Neubauten aus ökologischen Materialien.

Schlossdielen sind weder verleimt, noch anderweitig behandelt. Sie sind besonders ökologisch & ökonomisch in der Herstellung, schadstofffrei und langlebig. Dies kommt gleich mehreren Generationen zugute, denn langlebig bedeutet, dass ein Schlossdielenboden über hundert Jahre alt werden kann – und nach jedem Anschliff sieht er wieder wie neu aus.

 

Zusammengefasst muss eine Schlossdiele diese Eigenschaften haben,  um ihrem Namen würdig zu sein:

 

– unbehandeltes Massivholz –

– aus dem Holz alter Bäume –

– tragende Funktion –

– Raumlänge –

– mindestens 20 cm Breite –

– ab 20mm Stärke

 

Schlossdielen, gebürstet & gebeizt

Unsere Schlossdielen in Eiche, gebürstet & gebeizt – Privathaus Berlin

 

Wo werden Schlossdielen eingebaut?

Ursprünglich verbauten unsere Vorfahren die Dielen in Schlössern und Kirchen. Auch heute noch finden Sie in der Sanierung historischer Gebäude Verwendung. In Neubauten von besonderer Präsenz sind Schlossdielen fortwährend sehr beliebt.

Daneben erfreuen sich Schlossdielen im privaten Wohnbau immer größerer Beliebtheit. Architekten planen Schlossdielen bevorzugt in Raumlänge ein. Die massiven Dielen können nämlich, in einem Stück, von Wand zu Wand verlegt werden. Gerade große Räume, mit Raumlängen bis ca. 13 Metern, sind besonders geeignet.

Das damit erzielte Raumambiente besticht durch Schlichtheit, Bodenständigkeit und Wertigkeit. Im heutigen reduzierten Designbau bildet dieser Holzboden den Grundstein des Interieurs. Der Einrichtungsstil kann dann individuell angepasst werden .

Die Dimension der Schlossdiele

Wir fertigen Schlossdielen in verschiedenen Breiten, Längen und Stärken. Dabei begrenzt der Baumstamm die Dimensionen der Diele. Aufgrund des Alters der Bäume, entstehen Dielen von besonderer Größe. Hierfür bedarf es einiger Erfahrung in Bezug auf Produktion und Verlegung.

Länge

Die größten Länge ermöglichen Douglasie, Kiefer, Lärche und Eiche. Aus besonders alten und gerade gewachsene Bäumen können theoretisch bis zu 24 m lange Dielen gefertigt werden. Hierbei ist jedoch die Größe der Trockenkammer sowie die LKW Ladefläche für den Transport ein begrenzender Faktor. Dielenängen bis 13,50 m gelten daher als realistische Längenbegrenzung. Aber auch Edelhözer wie Esche, Birne,  Ahorn oder Buche ermöglichen noch Längen von 5-8 Metern.

Breite

Schlossdielen werden in verschiedenen Ausführung gefertigt. Konische Dielen sind das historische Pendant zu durchgehend gleich breiten Dielen in fallenden oder fixen Breiten.

Konische Dielen

Die größten Breiten, bis 600 mm, können durch konische Dielen realisiert werden. Diese sind am einen Ende schmaler als am Anderen, da sie der Stammform entlang besäumt wurden. Hier nutzt der Hersteller die volle Breite des Baumstammes. Die Herstellung ist sehr verschnittarm, was besonders unsere Vorfahren noch zu schätzen wussten. Früher war dies die gängige Herstellungsmethode, da auch der Bearbeitungsaufwand so gering wie möglich bleiben sollte.

Die Verlegung der Dielen erfolgt abwechselnd, immer entgegengesetzt…Breites Ende, neben schmales Ende, dann wieder breit, schmal. etc. So ist das Verlegebild insgesamt auch gerade.

Fallende Breiten

Gleichbreite, gerade Dielen sind erst mit der Industrialisierung entstanden.

Fallende Breiten entstehen aus den Stammbreiten, der unterschiedlichen alten Bäume. Das schmalste Ende des Brettes ergibt die Dielenbreite. Dadurch entstehen Schlossdielen in unterschiedlichen Breiten. Diese werden wahlos nebeneinander verlegt. Dieser Verlegestil gilt als aufgelockerter bzw. legerer.

Fixbreiten

Schlossdielen in Fixbreite haben durchgängig gleiche Breiten. Je nach Preisklasse sind dort Breiten von 20cm – 50 cm möglich. Im Highend Bereich steigen die Maße sogar auf sehr seltene 60 cm.

Das Verlegebild  fixer Breiten besticht durch Ruhe und Anmut – ganz besonders bei den großen Breiten und Längen, in Select Sortierung.

Fixbreiten erzeugen den höchsten Verschnitt. Diesen kann der Hersteller anderweitig einsetzen. Dennoch liegen die Preise bei Fixbreiten Dielen über den fallenden und konischen Breiten.

Stärke

Die Auswahl der Dielenstärke wird oft durch den Bodenaufbau bestimmt. Böden mit Fußbodenheizung tendieren meist zu einer geringeren Stärke zwischen 20-25 mm. Dielenböden mit statischer Bedeutung, sind dagegen eher stärker mit 30-35 mm ausgelegt. Außerdem ist die Dielenbreite entscheidend – je breiter die Dielen, desto stärker sind diese. So können typische Holzeigenschaften, wie Schüsseln und verziehen minimiert werden.

 

Oberflächen Design

Die Oberfläche der Schlossdielen kann mit unterschiedlichen Methoden individualisiert werden. Hier kommen unter Anderem mechanische, wie auch chemische Prozesse zum tragen. Die Bearbeitung erfolgt zum Teil werkseits oder auch direkt nach der Verlegung auf der gesamten Fläche.

 

Schlossdielen – Oberfläche gebeizt & gebürstet

Bürsten

Spezielle Bürstmaschinen heben die Holzmaserung hervor. Beim bürsten verschwinden die weichen Holzteile und die harte Struktur bleibt bestehen. Das Resultat ist ein Dielenboden, dessen optische Maserung durch die Schattenbildung auch  3-Dimensional hervorgehoben wird. Die Oberfläche ist härter und damit widerstandsfähiger gegen Fremdeinflüsse. Diese Böden sind sehr leicht zu reinigen, da Besen, Staubsauger oder Wischer, wie von selbst entlang der Maserungsrichtung gleiten.

Fase

Wer einen besonders eleganten Eindruck erzielen oder die Dielenbreite hervorheben möchte, lässt eine Fase an den Dielenseiten einarbeiten. Die Stöße sind so gezielt sichtbar.

Farbe

Die Oberfläche der Schlossdielen können Sie farblich an Ihre Wünsche anpassen. Eine dunkle Dielenoberfläche entsteht z.B. beim räuchern mit Ammoniak. Auch Beizen, färben die Oberfläche in diversen braun, grau oder schwarz Nuancen. Die Pigmente ziehen tief in die Poren ein, sodass die Maserung optisch erhalten bleibt.

Laugen trüben die Leuchtkraft des Bodens und verhindern das Nachdunkeln des Holzes. Es entsteht ein Vintage Charakter.

Die Holzdiele kann aber auch einen Weißschleier erhalten. Dafür eignen sich besonders natürliche, weiße Seifen und weiße Öle. Diese mit Lauge zu kombinieren ist eine weitere Gestaltungsmöglickeit.

Herstellung

Eine farbliche Oberflächenbehandlung erfolgt direkt nach der Verlegung. Die verlegte Fläche wird zunächst repariert (Astlöcher etc.) und dann flächig geschliffen. Soll die Dielung gebürstet sein, wird dies bereits in der Produktion vorgefertigt. In einigen Fällen bietet es sich an, eine werkseitig vorbehandelte Dielenoberfläche zu bestellen. Die einzelnen Dielenbretter treffen dann repariert, geschliffen bzw. gebürstet oder auch schon vorgeölt am Bauvorhaben ein. Dies ermöglicht eine saubere Verlegung sowie weniger Emissionen, wie Staub und Geruch auf der Baustelle. Gerade Selbstverleger profitieren davon, weil das schwierige Schleifen und Tönen der Dielenoberfläche entfällt.

 

Montage von Schlossdielen

Schlossdielen werden verschraubt oder verklebt verlegt. Die eingearbeitete Nut und Feder entlang der Längsseiten, sorgt für eine statische Verbindung der einzelnen Dielen. Bei Varianten bieten die Möglichkeit eine Fußbodenheizung einzubauen.

Verschraubung von oben

Verschraubung in Feder

Verschraubung

Die Verschraubung erfolgt auf eine Balkenkonstruktion bzw. eine Balkendecke. Gerade große und breite Dielen, erhalten dadurch eine sehr gute Festigkeit. Die Dielen können verdeckt verschraubt werden. Zum Einen unsichtbar, bei Verschrauben durch die Feder. Zum Anderen gleichmäßig verschraubt von oben, durch die Dielung. Die versenkten Schrauben werden anschließend durch Holzpropfen abgedeckt. Besonders gesundheitsbewussten Bauherren bietet sich so eine Möglichkeit, ohne schädliche Ausdünstungen zu bauen.

Verklebung

Schlossdielen bauen wir auch verklebt auf Estrich ein. Dies ist oft nötig um angrenzende Raumanschlüsse bündig zu gestalten und die Raumhöhen nicht zu verringern. Des Weiteren sehen Bauträger oft Estrich mit Fußbodenheizung vor, sodass für Bauherren am Bodenaufbau keine Wahlmöglichkeit besteht.

Eine verklebte Verlegung erfordert sehr viele Verlegererfahrung mit großen, massiven Dielen. Immer wieder werden wir um Hilfe gebeten und nach unserer jahrelangen Erfahrung befragt. Oft fehlt es Verlegern an Erfahrung in Bezug auf Beschwerung und Zugtechniken. Sie als Bauherr sollten daher einem erfahrenen Verleger mit der Montage beauftragen.

Enbehandlung der Oberfläche

Nachdem die Dielung eingebaut ist, wird die Oberfläche gereinigt. Sofern werkseitig kein Farbauftrag erfolgte, kann die Oberfläche nun eingefärbt werden. Danach erhält die Dielung eine Schutzschicht. Diese kann durch mehrmaliges Auftragen von Hartwachsöl oder Auftragen einen Lackschicht erfolgen.