Trittschalldämmung für den Dielenboden

Holzfaserdämmung Dielen

Holzfaserdämmung zur Schallreduzierung bei Dielen

Wie kann eine optimale Trittschalldämmung für Ihren Dielenboden erreichen? Wir zeigen, warum die Entkopplung der Holzbalkendecke von den Dielen so wichtig ist.

Heute wollen wir uns dem Thema der Trittschalldämmung für Ihren Dielenboden oder Holzboden widmen. Das Entkoppeln von einem Parkett- oder Dielenboden zur Reduzierung des Trittschalls ist eine besondere Herausforderung und verlangt einiges an Verständnis ab. Falls man sein eigenes Haus mit einer Holzbalkendecke so gestalten möchte, dass die darunter liegende Etage weniger Laufgeräusche abbekommt, so muss man einiges beachten.

Dielen oder Parkett Stäbe dürfen keine Schallbrücken bilden

Für eine optimale Trittschalldämmung dürfen die Dielen oder Parkettstäbe keine Schallbrücken bilden. Hierbei muss man die Dielen möglichst ohne Verschraubung separat in die Holzbalkendecke verlegen. Die Dielenmontage muss also von der Holzbalkendecke entkoppelt werden, dies ist eine große Herausforderung.

Entkopplung der Holzbalkendecke von den Dielen zur Trittschalldämmung

In einer herkömmlichen Holzbalkendecke habe ich zwischen den starken Deckenbalken in der Regel 70 bis 90 cm Abstand. Normalerweise wird hier seitlich oder von oben ein Kantholz zum Ausgleich von Unebenheiten an- oder aufgeschraubt und darauf die Diele verschraubt.

Anlaschung vom seitlichen Kantholz an die Holzbalkendecke

Möchte ich jedoch eine entkoppelte Verlegung der Dielen zur Trittschalldämmung erzeugen, so muss ich Umdenken. Als erstes muss einiges der zwischen den Balken liegenden Schüttung aufgenommen werden. Hier setze ich nun tiefer, als die Oberkante des Deckenbalkens ist, mein seitliches Kantholz an den Balken an. Wenn möglich bleibe ich mit dem seitlichen Kantholz ca. 60 mm tiefer als die Oberkante des Balkens. Habe ich alle Kanthölzer an der Seite angelascht und auf exakt die gleiche Höhe nivelliert, erfolgt der nächste Arbeitsschritt.

Verschraubung der Schallbretter oder OSB Platten zur Trittschalldämmung

Zwischen den Deckenbalken werden nun 25 mm Stärke gehobelte Schallbretter zwischen geschraubt. Wer es etwas günstiger haben möchte, kann auch 25 mm Stärke OSB Platten dazwischen einsetzen und verschrauben.

Hierdurch entsteht eine freie Höhe zu den Deckenbalken, welche an der höchsten Stelle der Deckenbalken ca. 35 mm beträgt. Durch einige Unebenheiten der alten Balkendecke kann es an einigen Stellen auch auf weit weniger als 35 mm sein. Es darf nur nicht über 39 mm Tiefe hinausgehen. Hat man alle Schallbretter oder OSB Platten in die Zwischenräume verschraubt, erfolgt Schritt Nummer drei, die Entkopplung.
Entkopplung der Holzbalkendecke zur Trittschalldämmung
Im Folgenden möchten wir verschiedene Möglichkeiten betrachten für Entkopplung der Holzbalkendecke zur Trittschalldämmung zu sorgen. Hier gibt es verschiedene Lösungen, die ich im Folgenden vorstellen möchte.

Holzfaserdämmplatten mit Nut und Feder

In der Regel setzen wir zur Trittschalldämmung Holzfaserdämmplatten ein. Von einigen Firmen wie Gutex, die Holzfaserdämmungen herstellen, gibt es sehr dicht gepresste Holzfaserplatten. Diese Holzfaserdämmplatten sind mit Nut und Feder versehen. Zwischen dieser Nut und Feder Verbindung kommt nun eine Holzlatte, welche in der Stärke schwächer ist als die 40 mm starke Dämmplatte. Hier empfiehlt sich 36 bis 37 mm hohe Latten zu fertigen, die mit der Oberkante bündig mit der Dämmplatte abschließen und unten 2 bis 3 mm schweben.

Die optimale Breite der Holzfaserdämmplatten

Wichtig ist hier noch zu beachten, welche Breite die Latte haben sollte und aus welchem Material bzw. Holzart sie besteht. Einige Hersteller bieten fertige Latten zu ihren Holzfaserdämmplatten an, die meist aus Fichte oder Tanne bestehen und 50 mm breit sind. Wir empfehlen hier jedoch die Lattenbreite auf mehr als 60 mm zu produzieren und je nach Oberbelag, die Latte für einen Hartholzboden auch als Hartholz zu fertigen. Bei starken Schlossdielen empfiehlt es sich hier sogar, eher Latten in 85 mm Breite zu nehmen, um die Kräfte des Oberbelages aufzunehmen.

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Verlegung der Holzfaserdämmplatten mit integrierter Fugenlattung

Jedes einzelne Balkenfeld bekommt nun zwei Teile der Holzfaserdämmplatte. Die eine Seite hat eine Feder – die andere Seite die Nut. Die Holzfaserdämmplatten werden straff inkl. Fugenlattung zwischen den Deckenbalken eingeklemmt. Die Lattung hat keine Verbindung zu den Schallbrettern und bleibt auch ca. 10 mm von der Wand zurück. Die Holzfaserdämmplatte übernimmt die Entkopplung zur Balkenkonstruktion.

Jetzt kann der Belag für die Dielen auf die Fugenlatte verschraubt werden. Die Dielung hat keine Berührung zu der Balkendecke und wird ohnehin mit ca. 10 mm Wandabstand zu den Seiten montiert. Wichtig ist noch, dass auch die Schrauben durch die Dielung gehen, aber nicht tiefer als die Konterlatte stark ist. Andernfalls würde die Durchschraubung durch die Latten in die darunter liegende OSB Platte wieder lauter Schallbrücken produzieren.

Verlegung der Holzfaserdämmung mit Fußbodenheizung

Dielenboden mit Trittschalldämmung und Fußbodenheizung

Musterprobe: Dielenboden mit Trittschalldämmung und Fußbodenheizung

Sollte man bei dieser Art der Dielenverlegung noch eine Fußbodenheizung mit installieren wollen, bleibt der Unterbau bis zur Dämmlage der Fugenlatte komplett gleich.

Der Unterschied ist nun, dass man statt der Dielen nun wieder eine Lage 19 mm zementgebundene Spanplatten, 22 mm OBS oder 22 mm Schallbretter verschraubt.

Auf diese Schicht installiert man nun das 23 mm starke Ripal Heizungssystem inkl. der Lattung in 60 mm Breite und 23 mm Stärke. Auch hier ist darauf zu achten, dass die Schrauben nicht durch die Konterlatten hindurch gehen. Auf die nun verlegte Fußbodenheizung im Trockenaufbau werden nun die 20 bis 30 mm starke Dielen verschraubt.

Ein kleiner Nachteil dieser Methode mit integrierter Fußbodenheizung ist der Verlust von ca. 45 mm Höhe. Will man diesen umgehen, muss man andere Methoden verwenden, in denen die Konterlatte tiefer an den Deckenbalken verschraubt wird und die Fußbodenheizung zwischen den Balkenfeldern liegt. Die Ausführung ist zwar möglich, aber etwas aufwendig, da teilweise auch auf den Balken Heizschleifen entlang gehen, die entkoppelt verlegt werden müssen.

Entkopplung der Holzbalkendecke mit CEMWOOD Ausgleichsschüttung

Eine weitere Methode zur Entkopplung der Holzbalkendecke bei ausreichender Höhe ist die Verwendung einer Ausgleichsschüttung aus dem Hause CEMWOOD. Um die Masse zwischen den Holzbalken nicht zu verlieren und sogar noch etwas Gewicht zur Schallreduzierung hinein zu bringen, kann man die druckfeste Schüttung ca. 2 cm über den Deckenbalken in Waage abziehen. Dies erfordert einiges an Übung. Auf die gerade abgezogene Fläche wird nun eine dünne Holzfaserdämmplatte verlegt, die druckfest und ca. 1 cm stark ist. Darauf wird dann wieder eine OSB Platte oder eine zementgebundene Spanplatte verlegt. Wichtig ist hierbei, die Einarbeitung eines Randstreifens, um das Verschieben der Holzfaserdämmplatten zu verhindern und keine Schallübertragung am Rand zu haben.

Verlegung der Dielen auf OSB Platten

Anschließend kann direkt auf diese OSB Platte die Dielen verschraubt werden. Die Platte sollte immer stärker als der Oberbelag sein, um die Kräfte aufnehmen zu können. Bei sehr starker und großer Dielung sollte eine Doppellage der Platten erfolgen. Hier empfiehlt sich die untere OSB Platte stärker zu wählen als die obere Platte. Beispielsweise eine 22 mm OSB Platte plus eine 15 mm OSB Platte um anschließend 28 oder 30 mm starke Dielen zu verschrauben. Der so verschraubte Dielenboden kann die Laufgeräusche minimieren und für eine optimale Trittschalldämmung sorgen.

Fazit zur Trittschalldämmung vom Dielenboden

Um eine optimale Trittschalldämmung vom Dielenboden zu erhalten, muss man für eine optimale Entkopplung der Dielen von der Holzbalkendecke sorgen. Hierzu gibt es einiges zu beachten, dass immer individuell angepasst werden muss. Welche der verschiedenen Möglichkeiten der Verlegung für Ihren Dielenboden die beste ist, dass muss sich ein Experte ansehen. Jedoch gibt es immer eine Lösung, bei der auch Sonderwünsche realisiert werden können – wie beispielsweise der Einbau einer Fußbodenheizung beim Dielenboden mit Trittschalldämmung. Sollten auch Sie ein Holzbauhaus oder ein altes schönes Haus haben und über einem schönen Dielenboden mit Trittschalldämmung nachdenken: Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern bei Ihrem nächsten Bauprojekt.