Hier werden aus Bäumen Schlossdielen

Ein massiver Holzboden ist Ausdruck natürlicher Lebensqualität. Der Einbau von Schlossdielen steigert nicht nur unser Wohlbefinden, sondern trägt auch zu einer schonenden und nachhaltigen Verwendung unserer Ressourcen bei. Hier erfahren Sie, wie aus einem Baum ein hochwertiger Dielenboden wird.

 

1. Auswahl im Wald

Wir produzieren unsere Dielen auftragsbezogen, in Maßanfertigung – anonyme Massenproduktion gibt es bei uns nicht. Deshalb sichten wir unsere Bäume persönlich und selektieren diese nach bestimmten Kriterien.

Im Herbst, wenn die ersten bunten Blätter die Bäume zieren, streift Gründer und Geschäftsführer Jan Nicklaus durch die Brandenburger Wälder. Zusammen mit dem zuständigen Förster, wählt er die prächtigsten Bäume aus. Solche Bäume, die die größten Stammdurchmesser mit besonders geraden und lange Stämmen aufweisen, sind die auserwählten für unsere Schlossdielen.

Im darauf folgenden Winter, wenn der „Saft“ aus den Bäumen entwichen ist, beginnt der Einschlag. Äste werden entfernt und für anderweitige Holzprodukte verwendet. Die Rundstämme liegen nun im Wald aufgestapelt und für den Abtransport bereit.

2. Von Rundholz zum Schnittholz

Die beladenen Rundstämme kommen direkt zu uns.  Hier beginnt im kalten Winter der Einschnitt – Nadelhölzer müssen im Winter verarbeitet werden, da sich sonst zu viel Bläue bildet. Die Blauverfärbungen beeinträchtigen zwar nicht die Holzqualität, doch ist sie optisch meist nicht erwünscht. Unser Partnersäger übernimmt hier die Verantwortung für akkurate Schnittware. Gestapelt und markiert, trocknet das Schnittholz an der Luft ab und wartet auf den Abruf der Produktion.

Schnittholz

3. Schonende Trocknung

Folgt nun eine Bestellung von z.B. Eichendielen geben wir die dafür benötigte Ware in unsere Trocknung. Eiche muss besonders schonend und langsam in der Trockenkammer trocken, da sie zu Rissbildung und Verwerfung neigt. Hierfür benötigt es ca. 6-8 Wochen bis die Eichenbretter getrocknet sind. Deshalb sind bei Eichendielen längere Lieferzeiten zu berücksichtigen. Bei besonders großen Dielen ab 10m Länge, kommen noch einige Wochen hinzu. Oft angefragte kürzere Dielenlängen, geben wir jedoch gleich mit in die Trockenkammer. Diese warten im Trockenlager auf ihre kurzfristige Bearbeitung, damit wir auch kürzere Lieferzeiten gewähren können.

Im Unterschied zu Eiche und anderen Laubhölzern, haben Dielen aus Nadelhölzern eine kürzere Trocknungszeit. Zuvor luftgetrocknete Schnittware, benötigt ca. 1-2 Wochen Kammertrocknung bis zur nötigen Holzfeuchtigkeit. Kiefer- oder Douglasiendielen sind daher innerhalb von ca. 2-4 Wochen gefertigt und lieferbereit.

4. Besäumen der Rinde

Nun beginnt die eigentliche Dielenproduktion. Zuerst erfolgt die Entfernung der Baumrinde. Hier ist entscheidend, welche Dielenform die Diele haben soll.

Konische Dielen werden entlang der Baumkante besäumt. Das garantiert geringsten Verschnitt und damit die größtmögliche Ausnutzung des Baumstammes. Die konische ist die traditionelle Schlossdielenform, da es früher nicht die entsprechenden Maschinen für gerade Dielen gab.

Bei geraden Dielen dient das schmalste Stammende als Besäumgrundlage. Je nach Stammbreite ergeben sich daraus die unterschiedlichen Dielenbreiten – die für Dielenböden mit fallenden Breiten verwendet werden.

Dielen in Fixbreite benötigen einer vorherigen Sortierung der Stammbreiten, um den Verschnitt möglichst gering zu halten. Trotzdem fällt mehr Verschnitt an. Zwar verwerten wir diesen für die Beheizung der Trockenkammer – dennoch erhöht der größere Arbeitsaufwand und Verschnitt den Preis gegenüber Dielen in fallenden Breiten.

5. Maßanfertigung

Die nun vorbereiteten Dielen gehen durch den Hobel, wo sie allseitig auf das Fertigmaß gefräst werden. Das können Längen bis 13m und Breiten bis 60 cm sein. Auf Wunsch arbeiten wir Entspannungsnuten an der Unterseite der Diele ein. Damit wird dem ständig arbeitenden Holz die Kraft genommen.

Hier in unserer Produktion bearbeiten wir Auftragskontingente vom 15 m² Zimmer bis mehrere 1000 m² für Großobjekte, z.B. der Lutherkirche in Wittenberg in 2017.

Unsere letzten Projekte, die wir produziert und eingebaut haben, finden Sie in unseren Referenzen.

6. Reparieren der Dielen

Gewöhnlich stellen wir Hobeldielen her, die nach dem Hobeln lieferbereit sind. Fehlstellen, wie ausgefallene Äste oder Risse, schließt der Verleger auf der Baustelle. Wünscht der Kunde die werkseitige Reparatur der Fehlstellen, erfolgt diese in den entsprechenden Bereichen. Auch bei Bestellungen mit vorgefertigter Oberflächenbearbeitung werden die Dielen repariert.

Reparatur mit Astdübel

7. Oberflächengestaltung

Schlossdielen liefern wir nicht nur als Hobelware, sondern auch mit komplett vorgefertigten Oberflächen. Auf der Baustelle reduziert sich damit der Arbeitsaufwand. Außerdem werden Emissionen, wie Schleifstaub und Ölgeruch verringert.

Eiche gebeizt & gebürstet

Die reparierte Dielung wird nun vorgeschliffen oder bei Bedarf gebürstet, sodass eine erhabene Holzstruktur entsteht. Je nach Ausfertigungswunsch erhält die Dielenoberfläche anschließend eine Oberflächenbehandlung mit z.B Beize, Räuchern, Seife und Öl.

8. Auslieferung

Die Auslieferung bzw. Abholung der Schlossdielen erfolgt direkt nach Fertigstellung. Mit einer letztmaligen Überprüfung der Ware auf Mängel sowie Dokumentation der Holzfeuchte, ist die Ware lieferfertig. Unser LKW fährt die bestellte Dielung deutschlandweit  – Übermaße ab 8m Dielenlänge werden per Spedition versandt.

9. Vertragen

Üblicherweise liefern wir unsere Dielen frei Bordstein – unser Fahrer hilft dann gerne beim entladen. Je nach Kundenwunsch, kann die Dielung aber auch in des Bauobjekt vertragen und aufgelattet werden. Die Dielen können sich problemlos akklimatisieren. Das ist sehr wichtig, da Holz einige Tage zur Feuchte- und Wärmeregulation benötigt. Es muss vorher quellen oder schwinden, damit keine Überraschungen nach der Verlegung auftreten.

10. Zur Verlegung bereit

Bis dahin, haben wir alles mögliche getan, um die reibungslose Verlegung Ihres Dielenbodens vorzubereiten. Jetzt ist es Aufgabe des Verlegers sein Handwerk gekonnt auszuüben. Die Eigenart des Holzes und die Handschrift des Verlegers, verleihen dem Boden dann seinen außergewöhnlichen Charme.