Massivholzdielen auf Trockenestrich verlegen

Eichendielen auf Trockenestrich vor dem Ölen

Eichendielen auf Trockenestrich vor dem Ölen

Massivholzdielen auf einem Trockenestrich verlegen – Wie geht das? Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, worauf es ankommt.

Kunden fragen uns häufig wie man massive Dielen auf einem Trockenestrich verlegen kann. Welche Anforderungen müssen die Materialen erfüllen, welche auf dem Estrich verlegt werden. Welche Ausführungen der Verlegung gibt es. Auf diese Fragen gehen wir im Verlaufe des Artikels ein. Hierzu ist es zunächst sehr wichtig zu verstehen, was das Dielenholz auf dem Trockenestrich macht.

Verlegung von Dielen auf Fermacell Trockenestrich

Dielenholz übt auf dem Trockenestrich immer eine gewisse Kraft aus, weil es immer quillt und schwindet. Klebt man beispielsweise eine herkömmliche Massivholzdiele auf eine Fermacell-Platte, dann muss man damit rechnen, dass der Estrich über eine längere Zeit bricht oder zerstört wird.

Verlegung nur mit Stabilisationssystem

Je größer die Holzelemente in ihrer Breite sind, umso größer wird die Kraft auf den Unterboden sein. Aus diesem Grund setzen wir unser Stabilisationssystem zur Reduzierung des Quell- und Schwindverhaltens ein, wenn wir Massivholzdielen auf dem Trockenestrich verkleben. Hierzu stabilsiert man die Dielen durch interne Glasfaserstäbe, die alle 15 cm eingearbeitet sind. Glasfaser hat eine Zugfestigkeit, die höher ist als die von Stahl und somit lässt sich die Neigung der Massivholzdielen zu Quellen und Schwinden um mindestens 50% reduzieren.

Platten eben verlegen – sehr wichtig

Im Bereich des Trockenestrichs ist bei der Verlegung des Trockenestrichs zu beachten, dass die Platten sehr eben liegen. Hierbei ist es nötig die DIN für Ebenheits- und erhöhte Toleranzen im Hochbau heranzuziehen. Dies bedeutet, dass pro Meter lediglich 3 mm Abweichung von der Ebene erlaubt sind.

Dielen sind alle 10cm verschraubt

Anschließend verklebt man die Platten an ihren Stößen plan miteinander. Hier muss alle 10 cm eine Verschraubung der Dielen erfolgen, um eine wirklich kraftschlüssige Verklebung zu gewährleisten. Sollte der Trockenestrich nach dem Verlegen eine Kantenstöße von mehr als 1 mm bzw. Ebenheitstoleranzen von mehr als 3 mm aufweisen, so ist dieser noch einmal zu grundieren und vollständig zu spachteln.

Untergrundbehandlung vor der Trockenestrich Verlegung

Ein weiter wichtiger Punkt ist die Untergrundbehandlung, die vor dem Estrich erfolgen muss. Wenn der Trockenestrich direkt auf einen tragenden Untergrund verlegt wird, ist dieser ebenfalls nach den gleichen Parametern der Ebenheitstoleranz vor zu behandeln. Wird eine Schüttung unter dem Trockenestrich verlegt, sollte jeden Fall Hohlstellen aufs Äußerste vermeiden. Hier kann der Trockenestrich brechen oder gibt zu stark nach, was zu Schäden im Oberbelag führen kann.

Massivholzdielen auf Trockenestrich verkleben

Will man Massivholzdielen oder Schlossdielen auf einen Trockenestrich verkleben, muss auf den Estrich als erstes eine Entkopplungsmatte verkleben. Es gibt zahlreiche verschiedene Anbieter von Entkopplungsmatten. Einige sind Vliesmatten oder aus Polyesterfasern, andere sind aus Gummischrot. Die stabilste Matte ist der Gummischrot, wobei diese Matte mindestens 3 mm stark ist und somit manchmal in der Höhe zu Problemen führen kann. Die etwas einfachere Matte ist die Vliesmatte, die mit ca. 0,7 bis 1 mm Stärke fast nichts in der Höhe ausmacht. Sie ist nicht ganz so stabil, dafür aber dünner und günstiger.

Entkopplungsmatte auf dem Trockenestrich ist wichtig

Egal welche Matte Sie nehmen, auf einem Trockenestrich sollte man in jedem Fall eine Entkopplungsmatte verkleben. Dies ist selbst bei einer stabilisierten Diele aus unserem Hause zwingend erforderlich. Die Entkopplungsmatte nimmt die Kräfte aus der Massivholzdiele in Kombination mit einem elastischem Kleber auf. Dadurch verhindert sie eine direkte Kraftübertragung auf den Estrich durch das Dielenholz.

Hierbei ist auf eine vollflächige Verklebung der Matte und das Andrücken der Matte an den Trockenestrich zu achten. Zwischen dem Verkleben der Matte und dem anschließendem Verkleben der Schlossdielen sollte man mindestens acht Stunden Pause eingelegen, damit der Kleber anbinden kann und die Matte nicht mehr verrutscht oder hoch kommt.

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Die Stärke der Dielen auf einem Trockenestrich

Es gibt zahlreiche Stärken von Trockenestrich. Hierbei sollten wir nur die Stärken der Trägermaterialien beachten. So gibt es Zementfaserplatten Element von 18 und 23 mm sowie Gipsfaser-Elemente von 20 und 24 mm. Lässt die Aufbauhöhe es zu, sollte man immer die stärkere Variante der Platte wählen. Und lässt der Geldbeutel es zu, sollte man ein Zementelement bevorzugen, auch wenn es etwas schwerer und teurer ist.

Oberbelag sollte nicht stärker als Estrichelement sein

Damit der Trockenestrich nicht zu stark beansprucht wird, sollte der Oberbelag nie stärker als das Estrichelement sein. Eher sollte die Stärke etwas schwächer gewählt werden. Hat der Estrich also eine Stärke von 18 mm so sollte die Diele also 16 bis 17 mm stark sein. Ist der Estrich 24 mm stark, so kann die Diele auch in 22 mm Stärke zum Einsatz kommen.

Massivholzdielen mit Stabilisationssystem im Vorteil

Hierbei sind stabilisierte Massivholzdielen aus dem Havelland natürlich klar im Vorteil, da sie auch bei geringeren Stärken breiter produziert werden können. So kann man mit 16 mm Stärke bis 250 mm in der Breite gehen. Ebenso ist es möglich, bei einer Dielenstärke von 22 mm Dielen bis 340 mm Breite zu produzieren, welche gut formstabil bleiben.

Verklebte Verlegung der Massivholzdielen

Bei der verklebten Verlegung sollte man unbedingt auf eine sehr gute Benetzung der Dielen achten. Hierbei wird reichlich Gewicht auf die Dielen gebracht, damit diese gut im Kleber liegen. Bei Schlossdielen sind selbstverständlich Hohlstellen nie ganz zu vermeiden. Jedoch kann man sie mit großer handwerklicher Kompetenz stark reduzieren.

Nachdem die Dielung auf dem Trockenestrich verklebt wurde, sollte zwischen Verklebung und weiterer Behandlung der Dielen eine Pause von mindestens 24 Stunden liegen. Bei einer Verklebung der Dielen auf einer Entkopplungsmatte und dem darunter liegenden Trockenestrich dauert der Anbindeprozess nämlich deutlich länger als bei einem herkömmlichen Estrich.

Ein guter Rat zum Schluss

Beachten Sie bitte zu guter letzt einen guten Rat. Auch wenn die Verlegung mit zweimal kleben durch die Dielen inkl. der Entkopplungsmatte alles etwas zeitaufwendiger und teurer ist, lassen Sie es niemals weg oder sich überreden daran zu sparen. Es lohnt nicht, einen edlen Dielenboden zu haben und dann in Kauf zu nehmen, dass dieser durch einen zerreißenden bzw. verformenden Trockenestrich zerstört wird.

Es gibt hier leider keine Alternativen zu dieser Ausführung, weder mit Verschraubung in einen Trockenestrich noch durch irgendetwas anderes. Gehen Sie nicht den Weg der Abkürzung unter dem Motto, ach das hält schon, haben wir immer so gemacht. Einmal richtig, dafür für immer – ist hier die bessere und nachhaltige Devise.

Wir von der Havelland Dielen bieten neben der Produktion der Dielen auch die Verlegung der Holzdielen auf Trockenestrich oder anderem Untergrund an. Fragen Sie einfach an, wenn sowohl Dielenproduktion als auch Verlegung aus unserem Hause kommen sollen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Ihr Jan Nicklaus von der Havelland Diele HVL Diele