Dielen ölen – warum es für den Holzboden wichtig ist

Eichendielen frisch geölt

Eichendielen frisch geölt

Was muss man beim Dielen ölen beachten? Welche verschiedene Öle für den Holzboden wichtig sind und vieles mehr finden Sie in diesem Artikel.

Neben dem Schleifen ist das Dielen ölen eine wichtige Behandlung der Oberfläche, um Holzdielen zu erhalten und zu modifizieren. Doch was man beim Dielen ölen beachten und worauf muss man bei der Auswahl der verschiedenen Öle für den Holzboden schauen? Schauen wir zunächst erstmal die verschiedenen Arten von geeigneten Ölen für den Dielenboden an!

Dielen Öle – Bioöl, Leinöl oder Hartwachsöl?

Im Groben unterscheiden wir hauptsächlich drei Arten von Dielenöl. Zuerst das reine Bioöl, zu denen beispielsweise das Leinöl zählt. Zum zweiten das normale Öl, welches ein paar Lösemittel enthält, um abzubinden. Drittens ist auch das Hartwachsöl sehr beliebt, das mit Wachsanteilen für eine starke Dielenoberfläche sorgen kann.

Dielen ölen – die beste Vorbereitung vom Dielenboden

Bevor wir das Öl auf die Dielen auftragen, möchte ich noch einige Punkte zur Vorbereitung erwähnen. Zuerst muss der Holzboden fein geschliffen sein, wie wir es in unserem Artikel „Dielen schleifen – aus alt wird neu” ausführlich dargestellt haben. Anschließend muss der Dielenboden gründlich gesaugt werden. Hierbei ist es besonders wichtig, gründlich entlang der Verlegerichtung der Dielen zu saugen. Das Saugen der Holzdielen sollte auf jeden Fall sehr langsam und mit einem starken Sauger erfolgen. Im besten Fall einen Industriesauger. Diese Reinigung muss bei allen nachfolgenden Ölen immer wieder erfolgen.

Dielenboden ölen mit Leinöl.

Kiefer Dielen geölt

Kiefer Dielen geölt

Es gibt zwei Varianten das Leinöl auf den Boden aufzutragen. Zum einem kann man einen Faserspachtel nutzen, um die Fläche abzuspachteln oder zum anderen eine sehr kurzhaarige Rolle verwenden. Der Profi wird immer die erste Variante bevorzugen, da diese marterialsparsamer ist und der Dielenboden nach einer Einwirkzeit von 20 bis 30 Minuten mit einer Poliermaschine überpoliert werden muss.

Für die Laien ist es etwas einfacher, das Dielen-Öl dünn mit der Rolle zu verteilen, doch auch hier muss anschließend abpoliert werden. Nach dem Polieren braucht man bei Bioölen leider etwas Geduld, denn die zwei großen Nachteile dieser Öle sind durch ihre fehlenden Bindemittel und Härtemittel, dass sie nur sehr langsam trocknen und nicht sehr strapazierfähig sind.

Nach ca. 3 bis 6 Tagen, je nach Klimaverhältnissen in der Wohnung, muss der Auftragevorgang noch einmal wiederholt werden. Anschließend muss man noch einmal ca. 5 bis 10 Tage warten bis die Endaushärtung erfolgt ist. Ein reiner mit Leinöl geölter Dielenboden sollte regelmäßig aufgefrischt werden, da wie bereits erwähnt das Öl immer gleich weich bleibt und beim Wischen zum Teil wieder mit aufgenommen wird. Hier empfiehlt es sich immer etwas Pflegeöl auf natürlicher Basis ins Wischwasser zuzugeben oder pur aufzutragen.

Dielen ölen mit normalem Öl

Mit ein wenig Lösemitteln lässt sich auf synthetischer Basis ein Fußbodenöl herstellen, welches deutlich robuster gegenüber den Bioölen ist. Hier erreicht man ein besseres versiegeln der Oberfläche vom Holzboden und muss bei der Pflege nicht ganz so oft Hand anlegen.

Dielen ölen mit farbigem Öl

Möchte man beispielsweise Parkett ölen, so kann man mit verschiedenen Komponenten sehr häufig unterschiedliche optische Effekte erzielen. So gibt es die Möglichkeit, farbige Öle zu verwenden, um dem Dielenboden einen besonderen Look zu verleihen. Seit kurzem bietet beispielsweise die Firma WOCA auch Öle an, welche im Zwei-Komponenten Verfahren aufgetragen werden, um so einen Rohholzeffekt zu erzielen.

Jedoch muss man sich besonders beim Färben von Dielen über einige Sachen im klaren sein.

1) Beachten Sie immer die Herstellerhinweise auf den jeweiligen Dielenöl Packungen

Oftmals sollte man vor dem Färben den Dielenboden mittels eines feuchten Reinigerzusatzes noch einmal wischen, um die Holzporen zu öffnen.

2) Ein manuell auf der Baustelle gefärbter Boden wird nie zu 100% so homogen und gleichmässig sein, wie ein Industrieauftrag

Leichte Wolkenbildungen und Unterschiede in der Schattierung sind also normal. Auch an den Rändern kann es stärkere Abweichungen geben.

3) Die Erfahrung macht den Unterschied

Haben Sie noch nie einen Boden oder größere Flächen mit farbigen Öl behandelt? Lassen Sie lieber die Finger davon! Hollen Sie sich Hilfe von einem Profi! Dieser sieht sowohl im Schleifbild als auch auf der Ölfläche beim Auftragen, worauf es ankommt.

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Dielen ölen mit farblosem Öl

Das Dielen ölen mit farblosen Öl hingegen ist nicht weiter schlimm, da hier die Vertragsvarianten wie beim Bioöl gleich sind. Der große Unterschied ist hier schon, dass man bereits nach 24 Stunden den zweiten Auftrag vornehmen kann und nach 48 Stunden ist der Boden meistens benutzbar. Die endgültige Endhärte hat er nach 2 bis 4 Tagen erreicht.
Weiterhin gibt es hier auch noch die Möglichkeit von 2-Komponenten Ölen, welche bereits nach einem Auftrag innerhalb von wenigen Stunden voll belastbar und fertiggestellt sind. Allerdings hat diese Variante nicht mehr allzu viel mit einem normalen geölten Holzboden zutun.

Hartwachs geölte Böden

Für alle, die nicht viel Arbeit mit ihrem Dielenboden nach Fertigstellung haben möchten, sind mit einem Hartwachsöl super beraten. Wie der Name schon sagt, ist in diesem Öl ein Wachsanteil mit drin, welcher nach dem Ölen auf der Oberfläche liegen bleibt. Dieser Wachsanteil verhindert noch stärker als bei geölten Böden, das Eindringen von Feuchtigkeit. Das Hartwachsöl versiegelt nahezu die Fläche. Es gibt aber auch hier gewaltige Unterschiede in den Zusammensetzungen. So sind die resistentesten Hartwachsöle leider auch die mit den meisten Lösemitteln. Die so genannten Rollöle können jedoch einfach aufgerollt werden und müssen nicht poliert werden. Durch ein gleichmässig dünnes Auftragen entsteht eine sehr homogene Oberfläche.

Hartwachsöle, die auf natürlichen Komponenten aufgebaut sind, müssen allerdings nach einer Einwirkzeit zwisch 20 bis 40 Minuten wieder poliert werden. Schließlich muss man das überschüssige Öl wieder herunterholen. Leider ist es eine Tatsache, dass ich durch das Entfernen der Überschüsse auch weniger Wachs als Verschleißschicht habe. Aus diesem Grund muss in diesem Fall jeder selber entscheiden, was ihm wichtiger ist. Robuster Boden, welcher beim Auftragen des Öles etwas Lösemittel abgibt, oder biologisches Öl oder Ölwachs, welches nahezu Lösemittelfrei ist, aber mehr Pflege bedarf. Selbstverständlich gibt es auch bei Hartwachsölen die Möglichkeit verschiedene Farben zu wählen. Die Behandlung ist bei den Rollölen etwas leichter, da sich die Pigmente durch das selbstständige Abtrocknen leichter verteilen lässt. Doch auch hier gilt, falls noch nie selbst gemacht, besser den Profi ran lassen.

Fazit

Dielen ölen hat verschiedene Funktionen. Zum einen möchte man durch das Ölen die Nutzschicht vor Verschleiß, Feuchtigkeit, Witterung etc. schützen. Zum anderen ist das Dielen ölen auch häufig ein Mittel bestimmte optische Effekte wie unter anderem die Farbgebung oder Rohholzeffekte zu erzielen.

Aktuell gibt es keine Optimale Lösung. Man kann sich derzeit für biologisch, verträgliches Dielenöl entscheiden wie Leinöl oder anderes Bioöl. Hier muss man jedoch mit einem erhöhten Pflegeaufwand der Dielen im Vergleich zu synthetischen Ölen rechnen. Synthetische Öle sind jedoch ökologisch gesehen natürlich vor allem bei der Entsorgung der Dielen eine höhere Belastung für die Umwelt. Jedoch sind sie in der Robustheit und im Pflegeaufwand den biologischen bzw. natürlichen Ölen überlegen, weshalb viele Firmen sie häufiger einsetzen.

Insgesamt ist es gar nicht so einfach, sich für das richtige Öl zu entscheiden bzw. Dielenöl selbst aufzutragen. Allein die Vorbereitung, die entsprechend nötige Ausrüstung und die Durchführung des Auftragens kann für Laien sehr schwierig sein. Wir empfehlen daher, immer eine Beratung mit einem Fachmann, um herauszufinden, welches Öl für Ihren Holzboden das beste ist. Wir hoffen, wir konnten Ihnen etwas helfen bei der Entscheidung für Ihre geölten Böden. Bis bald

Jan Nicklaus – HVL Diele von unterwegs